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Fragen zum Wein

Welchen Einfluss haben Klima, Boden und Lage auf den Wein?

Rebsorte, Jahrgang, Anzahl der Sonnenscheinstunden, Volumen und Zeitpunkt der Niederschläge, natürlich die Fähigkeiten des Winzers, aber auch die klimatischen Gegebenheiten (Mikroklima), die Bodenbeschaffenheit und die Lage des Weinbergs (steile Hänge, Hügellandschaften oder Ebenen) bestimmen die Weinqualität.

Generell kann man sagen: je karger und ärmer der Boden, desto höher die Weinqualität. Sehr fruchtbarer Boden führt zu übermäßigem Wuchs der Rebtriebe und damit zu Reifeverzögerungen bei den Trauben; karger Boden dagegen ist wasserdurchlässig und die Reben müssen sehr tief wurzeln, um Wasser zu finden. Dadurch nehmen sie die wertvollen Mineralien und Nährstoffe auf, die sich in den tieferen Gesteinsschichten befinden.

Welche Trauben verbergen sich hinter den Weinkategorien "Weißwein, Rotwein, Roséwein, Rotling, Perlwein" ?

Weißwein: Aus Weißweintrauben (Mostgärung)
Rotwein: Aus Rotweintrauben (Maischegärung)
Roséwein: Aus hell gekeltertem Most von Rotweintrauben (Mostgärung)
Rotling: Aus roten und weißen Trauben oder aus deren Maischen
Perlwein: Weiß-, Rot- oder Roséwein, der Kohlensäure enthält und erkennbar perlt

Wie lange kann ich eine geöffnete Flasche Wein aufbewahren ?

Eine bereits geöffnete Flasche Wein muss auf jeden Fall gut verkorkt werden. Bei der Berührung des Weines mit dem Sauerstoff in der Luft verflüchtigt sich die wertvolle, bisher im Wein gebundene Kohlensäure samt einiger Aromastoffe. Der Wein verliert dann in Bukett und Geschmack seine Frische.

Der Luftsauerstoff bewirkt außerdem eine Oxidation; der Wein bekommt einen Alterston (Firne), der sich bis zu einem in diesem Falle negativ zu bewertenden "Sherryton" verstärken kann. Je mehr Luft in der Flasche ist, desto schneller läuft die Oxidation ab.

Weißweine bis zur Gütestufe Auslese halten sich bei kühler Lagerung ungefähr:
75 % Inhalt --> 3-5 Tage
50 % Inhalt --> 2-3 Tage
weniger Inhalt --> 1 Tag

Rotweine, Beeren- und Trockenbeerenauslesen oxidieren in geringerem Maße. Sie können etwa doppelt so lang in bereits geöffneten Flaschen aufbewahrt werden.

Trotzdem : Wein schmeckt frisch am besten, da die Aromastoffe dann voll zur Geltung kommen.

Wie öffne ich eine Weinflasche am besten ?

Entfernen Sie zunächst die Kapsel, die den Wein von äußeren Einwirkungen wie zum Beispiel Korkmottenbefall und Schmutz schützt. Der Belag auf dem Korken sollte sorgfältig abgewischt werden. Ziehen Sie den Korken ohne "Plopp" mit einem geeigneten Korkenzieher, der auf keinen Fall den ganzen Korken durchbohren darf, heraus.

Wann kaufe ich meinen Wein ?

Das Prinzip "Aus der Einkaufstasche frisch auf den Tisch" ist nicht zu empfehlen. Wein ist sehr empfindlich und reagiert auf jede Art des Transports. Man sollte ihm deshalb nach dem Transport 2-3 Ruhetage gönnen – und zwar liegend in einem kühlen, trockenen Raum.

Bei welcher Temperatur schmeckt Wein am besten ?

Die verschiedenen Aromen kommen am besten zur Geltung, wenn der Wein richtig temperiert ist. Hier unsere Tipps für die richtige Temperierung:

Sekt --> 8 - 10 °C
Roséweine --> 9 - 12 °C
trockene Weißweine --> 9 - 11 °C
leichte Rotweine --> 12 - 15 °C
kräftigere Rotweine --> 17 - 19 °C
weiße Beerenauslese --> 12 - 14 °C
Portwein, Madeira --> 15 - 18 °C

Und noch ein paar allgemeine Tipps:

  • Zu kalten Wein langsam erwärmen, nicht vor die Heizung stellen!
  • Vor dem Einschenken kann der Wein ruhig etwas kühler sein.
  • Weißen Wein gekühlt servieren und erst kurz vorher öffnen.
  • Roten Wein einige Stunden vor dem Genuss öffnen.

Wie lagere ich Wein richtig?

Wein ist trotz grüner oder brauner Flaschen lichtempfindlich. Die Weinflaschen sollten stets liegend aufbewahrt werden, damit die Korken nicht austrocknen. Der Lagerort sollte sich nicht in der Nähe von scharf riechenden Nahrungsmitteln, Waschmitteln, Kartoffeln, Zwiebeln, Heizöl oder Benzin befinden. Vermeiden Sie auch größere Temperaturschwankungen und extrem trockene Luft.

Wer keinen Keller hat, kommt auch mit einem Kühlschrank aus, der eine konstante Temperatur hält.

Weine sollten jedoch nur dann gelagert werden, wenn sie dadurch an Reife gewinnen können.

Welche Weine lassen sich besonders lange lagern ?

Entscheidend für die Lagerfähigkeit von Rot- und Weißweinen sind deren Säurestruktur, Extrakt, Alkoholgehalt und Edelsüße, bei Rotweinen zudem die Tanninstruktur.

Daraus ergeben sich folgende Empfehlungen:

  • Normale Qualitäts- sowie Kabinettweine sollten nicht lange gelagert werden.
  • Trockene Weine sollten nach 3-4 Jahren getrunken sein.
  • Edelsüße Qualitäten (Spätlese, Auslese, Beerenauslese, Trockenbeerenauslese und Eiswein)
  • sowie Rotweine mit hohem Alkohol- und Gerbstoffgehalt können über längere Zeit gelagert werden.

Was bedeutet "Dekantieren"?

In älteren, extraktreichen Rotweinen scheidet sich manchmal ein Bodensatz (Depot) ab, der durch Gerbstoffe hervorgerufen wird. Um zu vermeiden, dass diese ins Glas kommen, gießt man den Wein z. B. in eine Karaffe vorsichtig ab – man dekantiert ihn.

Was bedeutet "trocken/lieblich/süß"?

Weine werden unter anderem nach ihrem Restzuckergehalt kategorisiert.

Bei trockenen Weinen darf der Restzuckergehalt maximal 4 g/l betragen oder 9 g/l, wenn dabei der Gesamtsäuregehalt höher ist und um 2 g/l unter dem Restzuckergehalt liegt.

Liebliche Weine müssen mindestens 18 g/l Restzucker aufweisen, dürfen aber 45 g/l nicht überschreiten.

Bei süßen Weinen liegt der Restzuckergehalt über 45 g/l.

Was bedeutet "Bukett"?

Die charakteristischen Gerüche und Aromen eines Weines, die auch den Geschmack prägen, heißen Bukett. Sie können als "Primäraromen" direkt von der Traube kommen oder als "Sekundäraromen" durch Gärung entstehen. Die Verbindungen der unterschiedlichen Düfte und Aromen führen zu einer Fülle von bis zu 800 verschiedenen Aromastoffen.

Je nach Grad der Duftstoffentwicklung spricht man von feinfruchtig-blumigen, bukettreichen, parfümierten oder sogar aufdringlichen Weinen. Je intensiver und klarer das Bukett (Blume) eines Weines ist, um so leichter lassen sich Rückschlüsse auf Rebsorte und Anbaugebiet ziehen. So duftet eine Scheurebe oft nach schwarzen Johannisbeeren oder Maracuja, während ein Grauburgunder eher nach Birne und Ananas riecht.

Kalkhaltige Böden bringen Weine mit exotischen Aromen wie Maracuja oder Mango hervor, lehmhaltige eher Geruchsnoten von grünem Apfel oder Grapefruit. Junger, kühl vergorener Wein duftet oft nach Banane, Ananas oder Pfirsich mit dem Aroma von frischen Früchten; je älter der Wein, desto mehr erinnert sein Bukett an getrocknete Früchte.

Stimmt es, dass man Sektflaschen besser stehend als liegend lagern soll? Und wie lange kann man Sekt im Keller aufheben?

Im Gegensatz zu stillen Weinen sollten Schaumweine stehend lagern. Der Korken wird durch den feinen Kohlensäure-Nebel im Raum zwischen Sekt und Korken gut feucht gehalten. Wenn die Flasche liegt, würde dagegen der Korken zu stark durchfeuchtet, die Gefahr von Korkgeschmack wäre größer. Auf jeden Fall sollte die Lagerung in kühlen, dunklen Räumen bei gleichmäßigen Temperaturen von maximal 15° C stattfinden. Auch bei diesen idealen Lagerbedingungen ist von einer längeren Flaschenlagerung über ein Jahr hinweg abzuraten.

Verhindert ein Schraubverschluss bei Weinflaschen Geschmacksverfälschungen? Warum benutzt man dann immer noch Kork? Und ist der Bestand an Korkeichen nicht gefährdet?

Das Verschließen von Weinflaschen mittels Schraubverschluss ist in der Weinwirtschaft sehr umstritten. Flaschen, die mit dem Schraubverschluss versehen sind, haben den Vorteil, dass es sich hierbei um einen geschmacksneutralen Verschluss handelt, der nicht austrocknet, die Weinreife verzögert und keine "Korkgeschmäcker" liefert. Ebenso ist eine solche Flasche wiederverschließbar - also eigentlich lauter Vorteile. Trotzdem wird von vielen Weinfreunden dieser Schraubverschluss nicht akzeptiert, da die damit verschlossenen Weine von vornherein als "billig" abgewertet werden und beim Öffnen einer solchen Flasche das Ritual des Korkenziehens und Korkenknallens verloren geht.

Bei der Herstellung von Weinkorken wird lediglich die Rinde der Korkeiche verwendet, wobei der Baum selbst nicht gefällt wird. Alle 8-10 Jahre kann dieser Schälvorgang wiederholt werden.